Interview mit Mik Schulz zu „Was wir schon alles über Sex wissen“
Herr Schulz, ihr neues Buch „Was wir schon alles über Sex wissen“ ist im IFB Verlag Deutsche Sprache erschienen. Wie kam Ihnen die Idee, gerade dieses Thema in Form eines Comics zu behandeln?
Nun, zunächst sollte ich klären, dass in meinem Buch „Sex“ nicht nur die erotische Handlung meint, sondern die Tatsache, dass sich Geschlecht überhaupt entwickelt hat und fortbesteht. Um alle Facetten des Themas auszuleuchten, musste ich biologische Fakten mit soziologischen Statistiken, autobiografischen Erfahrungen und tradierten Perspektiven verbinden. Auch wollte ich trockenen Sachdarstellungen mit Humor begegnen – denn kontroverse Standpunkte lassen sich mit einem Lächeln besser ertragen. Meine beruflichen Erfahrungen als Infographiker und Cartoonist konnte ich da in Comicform am besten einfließen lassen.
Hat die Vermittlung von Kommunikationsgrundsätzen in Comicform eine besondere Kraft?
Natürlich, meine Ausbildung nennt sich „Kommunikationsdesign“ und ich erinnere nur an die berühmten Worte Paul Watzlawicks, „Man kann nicht nicht kommunizieren“. Auch wer auf eine Frage nichts sagt, kommuniziert ja, indem er die Antwort verweigert. Kommunikation besteht nicht nur aus verbaler Sprache, sondern auch aus nonverbalen Signalen, wie Gestik, Mimik, Tonfall, dazu lässt sich Kommunikation nie von Kontexten trennen. All diese Punkte können im Comic durch die Bildunterstützung viel besser nachvollzogen und dargestellt werden als in Grammatikfachbüchern oder linguistischen Textsammlungen.
Richtet sich Ihr Buch besonders an eine bestimmte Zielgruppe?
Auf den Punkt gebracht würde ich sagen, ich habe versucht „Terra X“ in gedruckter Form zu sein. Ja, ich möchte ein interessiertes Publikum erreichen, das offen ist, einige Mythen um Sex, Geschlecht und Gender auf eine andere Art und Weise zu betrachten und dabei auf Querverbindungen hinweisen. Beim Kapitel Sprache habe ich auch konkret Kollegen aus dem Kommunikationsdesign im Kopf. Mich wundert ein wenig, dass die Bedeutung von Nichtsprachlichen Kommunikationssignalen – die ja eigentlich in unsere Expertise fallen – in der Genderdiskussion gerade hier oft unter den Tisch fällt.
Das Buch kann hier bestellt werden.




